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Provinz Camagüey: Kuba ganz authentisch
In Zentralkuba, zwischen Ciego de Ávila im Westen und Las Tunas im Osten liegt die Provinz Camagüey. Sie ist die größte Provinz in Kuba. Wer das authentische Kuba kennen lernen möchte, sollte hierher kommen. Bislang sind die Besucherströme in der Provinz Camagüey noch nicht allzu groß und die Region hat schöne Strände und eine sehenswerte Hauptstadt zu bieten.
Landschaft und Wirtschaft der größten Provinz in Kuba sind durch Zuckeranbau und Viehzucht geprägt. Die weite Savanne zwischen der Küste im Norden und dem Mittelgebirge vor der Karibikküste im Süden zeichnen goldgelbe Felder, saftige Weiden und riesige Zuckerrohrplantage aus. Unzählige Rinder werden hier gezüchtet.
Im Norden der Provinz Camagüey erstreckt sich die Inselgruppe Jardines del Rey, zu Deutsch „Gärten des Königs“. Zusammen mit der Nachbarprovinz Ciego de Ávila teilt sich Camagüey dieses herrliche Archipel, das das zweitgrößte Korallenriff der Welt ist. Nur das Great Barrier Reef in Australien ist noch länger. Die unzähligen Koralleninseln haben oft unberührte Strände zu bieten. Die fast menschenleeren Strände auf Cayo Sabinal zum Beispiel sind ein schönes Rückzugsgebiet für Erholungssuchende. Die Jardines del Rey wurden im Jahr 1513 zu Ehren des spanischen Königs Ferdinand II. auf ihren heutigen Namen getauft. Bekannt ist der Naturpark auch bei Vogelliebhabern, die kommen, um die unzähligen Vogelarten zu beobachten. Auch der rosafarbene Flamingo ist hier zuhause. Das Wort unberührt ist wohl die charakteristischste Beschreibung derjenigen Koralleninseln der „Gärten des Königs“, die zur Provinz Camagüey gehören.
Santa Lucía ist das Urlaubszentrum der Region Camagüey – hier warten gepflegte, goldfarbene Strände und einige All-inclusive-Hotels auf Gäste. Aber auch bei Einheimischen kann übernachtet werden. Etwa 130 Kilometer nordöstlich von Camargüey, der Hauptstadt der Provinz, liegt der Urlaubsort. Umgeben von üppigen Wiesen, grasenden Rindern und grünen Mangrovensümpfen laden hier türkisfarbenes Meer und Strände mit weißem Pulversand zum Baden ein. Aktivitäten wie Windsurfen, Schnorcheln und Katamaranfahrten werden angeboten; bekannter ist Santa Lucía aber wegen seiner fünf Tauchreviere. In Las Mantas zum Beispiel können Stachelrochen, Riesenaale und Hummer beobachtet werden, in El Canyon finden sich orangefarbene Schwämme und schwarze Korallen. Auch das Wrack des Dampfschiffes Mortera, das im 19. Jahrhundert gesunken ist, lohnt einen Tauchgang. Tropenfische und Bullenhaie schwimmen durch das von Korallen bewachsene Wrack.
Die Provinzhauptstadt Camagüey ist die drittgrößte Stadt Kubas. Ein Besuch lohnt sich wegen ihrer kolonialen Architektur und der labyrintartigen Anordnung der Gassen. Im 17. Jahrhundert florierte die Wirtschaft in Camargüey: Zuckerproduktion und Rinderzucht bescherten der Stadt ein regelmäßiges Einkommen und die Lage auf der Handelsroute zwischen Sancti Spíritus und Bayamo zahlte sich aus. So wurden im 18. Jahrhundert prächtige Kirchen und pompöse Bürgerhäuser errichtet, die noch heute sehenswert sind. Die Altstadt Camagüeys ist die größte erhaltene nach der Havannas und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.
Der unwiderstehliche Reichtum der Stadt zog viele Piraten an. So wurde die Stadt von ihrer ursprünglichen Lage direkt am Meer zweimal weiter ins Landesinnere verlegt, außerdem wurde ihre Innenstadt als Labyrint enger und kleiner Gassen konstruiert, um Plünderungen zu erschweren. Leider ohne Erfolg – Piraten schlugen immer wieder zu. Eine Gruppe von Freibeutern unter dem englischen Seeräuber Henry Morgan brannte die Stadt im Jahr 1668 sogar vollständig nieder. Heute wird Camagüey „Stadt der Legenden“ genannt. Jedes Jahr Ende Juni, zur Karnevalszeit, erwacht die Stadt zu einem bunten, lauten und schrillen Leben. Eine Woche lang wird dann in Kostümen und mit Trommeln gefeiert.
Südlich der Hauptstadt Camagüey hat die größte Provinz in Kuba dann nur noch ausgedehnte Weideflächen zu bieten – bis man ganz im Süden auf die Inselgruppe Jardines de la Reina (Gärten der Königin) trifft. Hier sind die Koralleninseln noch verlassener, noch weniger ist vom Tourismus zu spüren. In diesem Nationalpark im karibischen Meer finden Taucher ihr Paradies.
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